TVA Herren holen Pflichtsiege, können Favoriten aber nicht schrecken
Vierzehn Spiele in sieben Spieltagen haben die Volleyball Herren der Spielvereinigung TV Altötting – Wacker Burghausen nun hinter sich und die Bilanz zeigt eine klare Tendenz: man ist in der Bezirksliga schon gut aufgehoben. Sieben Spiele gewonnen, sieben verloren und damit ein solider 6. Platz im Mittelfeld der Tabelle.

Hinten (v.l.n.r.): Andreas Hauser, Korbinian Aicher, Toni Würländer, Herwig Nemmer, Christian Weindl
Mitte (v.l.n.r.): Michael Mühlbacher, Alexander Spengler, Alexander Zur, Matthias Seidel, Christoph Zur
Vorne (v.l.n.r.): Stephan Höllmüller, Thomas Weindl, Markus Thoma, Johannes Hintereder
So können zwar bisher Pflichtsiege gegen die untere Tabellenhälfte erreicht werden, zum „Ärgern der Großen“ reicht es aber bisher nicht aus. Obwohl bei einzelnen Spielern durchaus das Potenzial vorhanden ist, im vorderen Tabellendrittel mitzumischen, fehlt es der Mannschaft einfach an der notwendigen Konstanz sowie auch manchmal dem notwendigen Quäntchen Glück, um den Spitzenteams der Liga den ein oder anderen Überraschungssieg abzuringen.
Vor allem in den Spielen gegen starke Gegner präsentiert sich das Team oft „himmelhoch jauchzend – zu Tode betrübt.“ Teilweise werden in einzelnen Sätzen die Gegner mit Volleyball vom anderen Stern an die Wand gespielt, nur um dann in den Folgedurchgängen von diesen förmlich aus der Halle „geprügelt“ zu werden. Deshalb war schon des Öfteren von Fans zu hören – „Die brauchen keine Trainer, sondern Psychoanalytiker“.
Dieses Bild spiegeln auch die drei Spieltage wider, die die Altöttinger Jungs seit Beginn des Jahres zu absolvieren hatten.
Am 10.01.2015 hatte man es vor heimischen Publikum mit dem TSV Gars, einem Konkurrenten im Nicht-Abstiegskampf, sowie dem MTV Rosenheim zu tun. Gegen Gars konnte man sich im ersten Satz mit 25:18 klar durchsetzen, der zweite Satz wurde aber gleich wieder aufgrund von Konzentrationsschwächen abgegeben. Im Anschluss konnte dann aber durch den Gewinn der Sätze drei und vier mit jeweils 25:17 ein doch deutliches 3:1 errungen werden. Vor allem der starken Annahmeleistung von Libero Stephan Höllmüller ist es zu verdanken, dass die Zuspieler alle Angriffspositionen gezielt einsetzen und damit eine druckvolle Offensive aufbauen konnten.
Im zweiten Spiel des Tages zeigte sich dann wieder das derzeitige Manko gegen Spitzenmannschaften. So konnten die Rosenheimer, die ehemalige Regionalligaspieler im Aufgebot haben, im ersten Satz schwindlig gespielt werden. Spielertrainer Markus Thoma nach dem Spiel: „Das war die beste Leistung, die diese Mannschaft jemals gebracht hat!“. In den weiteren Durchgängen war von diesem Können und dieser Euphorie jedoch nichts mehr zu sehen und man musste das Spiel mit 3:1 abgeben.
Über den zweiten Spieltag in diesen englischen Wochen gibt es wenig zu berichten.
Erneut in der heimischen Hallenbadturnhalle traf man auf das Tabellenschlusslicht TSV Grafing 3 sowie auf den Tabellenführer VfR Garching 2. Erstere wurden hierbei mit 3:0 klar geschlagen, den Favoriten aus dem Norden Münchens musste man sich im Gegenzug verdient mit 0:3 geschlagen geben.
Am letzten Wochenende war man schlussendlich mit dem TV Obing zu Gast beim Eisenbahner Sportverein München Laim. Ersatzgeschwächt musste der TVA an diesem Spieltag gleich auf mehrere Stammspieler verzichten. So musste Außenangreifer Matthias Seidel auf der für Ihn ungewohnten Mittelblockposition aushelfen und man kann sagen, er hat diese Aufgabe hervorragend gelöst.
Im ersten Spiel unterlag man dem Gastgeber und heimlichen Meisterschaftsfavoriten in einem spannungsgeladenen und hochklassigem Spiel nur denkbar knapp im fünften Satz mit 13:15. Die Mannschaft spielte auf sehr hohem Niveau, vor allem Mittelblocker Christoph Zur konnte mit 28 Schnellangriffen und einer Direktpunktquote von über 70% zeigen, zu was 1,97m Volleyballtalent fähig sind. Coach Nemmer nach dem Spiel: „Ich bin hoch zufrieden mit der Mannschaft, am Ende hat hier das Glück entschieden, die ESVler hatten einfach ein Quäntchen mehr davon. Vor allem in der Feldabwehr und Angriffsicherung. Da können wir uns eine Scheibe von abschneiden.“
Im zweiten Spiel des Tages musste dann ein weiterer Spielerausfall verzeichnet werden. Das rief Rookie Andreas Hauser gegen den TV Obing auf den Plan. Die Obinger zeigten sich als unerwartet schwerer Brocken und so mussten Zuspieler Korbinian Aicher und Angreifer Hauser alle Tricks ausgraben, um diesen Gegner in die Knie zu zwingen. Schlussendlich gelang dies in einer erneut sehr hitzig geführten 3:2 Partie.
Die TVA Herren können nach diesen drei Spieltagen also insgesamt 9 weitere wichtige Punkte für das Saisonziel direkter Klassenerhalt verbuchen, jedoch ist hier der Drops noch nicht gelutscht. Um 100% sicher zu sein, sind an den letzten beiden Spieltagen der Saison noch mindestens zwei Siege Pflicht. Und natürlich wollen die Fans noch mehr sehen, damit es zukünftig heißt:
Pflicht: Hui – Kür: Holla die Waldfee!